„Warum sollte ich gesund Essen und was heißt das eigentlich? “

 Es gibt viele Vorschläge was gesundes Essen eigentlich bedeutet und noch mehr darüber welche Ernährungsform die gesündeste sei. Auch ist man sich nicht ganz einig, ob nun viele kleine Mahlzeiten am Tag gegessen werden sollten oder „nur“ drei Mahlzeiten am Tag.

Aus meiner Sicht ist das Verständnis über gesundes Essen eigentlich keine große Hexerei:

  • Möglichst zuckerarm- am besten zuckerfrei
  • Basenüberschüssig – also viel frisches Obst und Gemüse und auf industriell verarbeitete Lebensmittel verzichten
  • Fisch, Fleisch, sowie Milchprodukte (wenn überhaupt) nur 2 mal wöchentlich essen / auf Bio und artgerechte Tierhaltung achten
  • 1,5-2,5 l stilles Wasser über den Tag verteilt trinken
  • höchstens 2 Tassen Kaffe oder schwarzen Tee täglich
  • usw.

Würden diese „Regeln“ eingehalten werden, wäre dies bei den meisten Menschen bereits der Schlüssel zum Glück. Viele würden binnen kurzer Zeit ihr Übergewicht verlieren und so mach anderes Leiden sich auflösen.

Wir leben aber in einer Gesellschaft, die in den letzten 100 Jahren gelernt hat, sich eben genau gegenteilig zu ernähren. Es ist kein Geheimnis mehr das industriell verarbeitete Lebensmittel mit Zucker in jeglicher Erscheinungsform sowie anderen „ Leckereien“ wie Aromastoffen, Konservierungsmittel usw. angereichert wird.

Den Menschen ist es geradezu antrainiert worden sich gegen die Natur zu ernähren und sich somit auch immer mehr von ihr zu entfernen.

Sicherlich vollzieht sich zur Zeit ein Wandel, denn immer mehr Menschen achten auf die Ernährung und haben den Anspruch sich gesund mit lebendiger und nährstoffreicher Nahrung zu versorgen, doch weitaus mehr Menschen essen „normal“.

Industriell verarbeitete Nahrung ist leichter zugänglich, immer und überall verfügbar, häufig preiswerter als „Bio- und „Öko“- Produkte sowie länger haltbar. Mangels entsprechender Aufklärung sowie familiärer Prägung wird zu den Sachen gegriffen die man kennt. Es ist eigentlich nicht notwendig die zahlreiche Studien anzusehen um festzustellen, das bei dieser Art der Ernährung etwas kräftig schief läuft. Alle sogenannten Zivilisationskrankheiten finden ihren Ursprung in der Ernährung mit zuckerreicher, Ballaststoffarme sowie Nährstoffarme Nahrung. Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache und das diese Art der Nahrungsaufnahme krank macht.

Interessanterweise käme niemand auf die Idee absichtlich sein Auto mit dem falschen Kraftstoff zu tanken, jeder weiß der Motor würde das nicht lange mitmachen. Wir Menschen (nicht alle) gehen anders mit uns um, teils aus Unwissenheit, Ignoranz, Bequemlichkeit , weil wir es nicht anders wollen oder einfach weil wir aus einer bestimmten Spirale nicht herausfinden. Und die Pharmaindustrie lacht sich ins Fäustchen, denn sie kassiert kräftig ab.

Ein Grund, warum man sich also gesund ernähren sollte, ist der – einfach nicht aufgrund von Ernährungsfehlern krank zu werden!

Die Gewöhnung an industrielle Nahrung beeinflusst das Geschmacksempfinden, sowie das Bedürfnis nach einer bestimmten (ungesunden) Nahrung. Es wird deutlich mehr Süße und Salziges gegessen. In den meisten Fällen sind diese Lebensmittel auch noch mit gehärteten Fetten kombiniert- all das zusammen ergibt eine wirklich ungesunde Mischung! Hinzu kommt das der Nahrung viele wichtige Nährstoffe fehlen. Durch diese Art der Ernährung kommt der Mensch in folgende Situation:

Nicht nur das er generell schon unterversorgt an wichtigen Nährstoffen ist ( Mineralstoffe, Vitamine, Sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme) Mit dieser Art der Ernährung wird das Millieu im Körper, der Säure- Basen- Haushalt ins Ungleichgewicht gebracht. Geschieht dies, plündert der Körper zunächst seine eigenen Basenvorräte um der Säure entgegen zu wirken. Das wiederum wirkt sich schlecht auf alle Organe und die Knochen aus… Irgendwann, wenn zu viel geplündert wurde, beginnen die ersten Krankheiten.

Zudem macht diese Art der Ernährung einfach nicht satt! Wer morgens als erstes Brötchen mit Butter und Marmelade, sowie einen Kaffee zu sich nimmt, hat nicht selten bereits nach 2 Stunden wieder „Hunger“. Das hat nicht nur mit den fehlenden Ballaststoffen zu tun, die ja bekanntlich sättigen, dem Körper fehlen wichtige Stoffe die er zur Erhaltung und Energiegewinnung braucht. Es fehlt eine zelluläre Sättigung.

Zellulärer Hunger

Fehlen dem Körper wichtige Nährstoffen entwickelt er einen zellulären Hunger und ein tief empfundenes Sättigungsgefühl kann sich nicht entwickeln, denn es bleibt (zellulär) immer etwas offen. Der Körper hungert, selbst wenn viele Kalorien, Proteinen und Fette zugeführt werden, da ihm Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe als auch die richtigen Fetten fehlen. In einer solchen Situation darben und hungern die Zellen.

So greift der Mensch aus Hunger immer wieder zu Lebensmitteln die das eigentliche Defizit, aber nicht auffüllen können.

Es fehlt ein Körpergefühl, die Weisheit des Körpers, das Richtige zu essen. Ein zellulär gesättigter Körper spürt genau was ihm gut tun würde und was er bräuchte. Ein Mensch mit zellulärer Sättigung kann seinem Körpergefühl trauen und wird automatisch zu den richtigen Lebensmitteln greifen. Zudem durchlebt er gesunde Zyklen von Hunger und Sättigung ohne plötzliche Heißhungerattacken.

Bei Menschen deren Zellen hungern ist die diese Körperweisheit auch vorhanden, nur ist sie überlagert von allerlei, unnatürlicher Nahrung und deshalb für den Menschen nicht zugänglich. Der Körper sendet zwar die richtigen Signale, nur werden diese falsch interpretiert. Christian Opitz beschreibt in seinem Buch „ Befreite Ernährung“ ausführlich und sehr inspirierend das Thema „Zelluläre Sättigung“.

Blutzuckerschwankungen

Hunger ist eine der stärksten chemischen Reaktionen die der Körper an das Gehirn sendet. Normalerweise entsteht Hunger, wenn der Blutzucker unter ein bestimmtes Level fällt. Dann wird eine Botschaft an den Hypothalamus geschickt, der daraufhin Hormone ausschütten lässt die Hunger signalisieren. Sobald genügend gegessen wurde, versiegt diese Ausschüttung und somit auch das Hungergefühl.

Werden aber nun durch die typischen Ernährungsfehler (leere Kohlenhydrate, zu viel Zucker usw.) ständig Blutzuckerschwankungen hervorgerufen, ist der Betroffene meist schon nach einer kurzen Zeit wieder „hungrig“ und greift dann fatalerweise wieder zu den falschen Lebensmitteln, die eine erneute Schwankung hervorrufen.

Diabetes

Rund sieben Millionen Deutsche haben Diabetes und schätzungsweise 1,7 Millionen Deutsche wissen nicht, dass sie erkrankt sind, dies geht aus einer Studie hervor. Eines der Zeichen für eine beginnende Diabetes könnte ein ständiger, massiver Durst sein. Der Körper versucht durch die erhöhte Wasseraufnahme und wieder Abgaben den Zucker, den der Diabetiker nicht verstoffwechseln kann, wieder loszuwerden. Doch durch das vermehrte Wasser lassen gehen viele Nährstoffe verloren, was in der Folge zu den typischen Heißhungerattacken führen kann.

Darmbakterien

Das unser Darm von unzähligen Mikroorganismen bevölkert ist und das diese einen erhebliche Einfluss auf die Gesundheit, als auch auf die psychische Verfassung des Menschen besitzen, ist Dank des Buches „ Darm mit Charme“ von Guila Siegel, immer mehr Menschen bekannt. So wundert es nicht, das eben jene Bewohner auch Einfluss auf das Hungergefühl nehmen. Die Mikroorganismen im Darm beeinflussen die Hormonproduktion in unserem Körper. Beim Essen werden Hormone im Magen-Darmtrakt ausgeschüttet. Dadurch soll das Gehirn informiert werden, ob wir noch Hunger oder bereits ausreichend gegessen haben.Unsere Darmbakterien beeinflussen, wie viel von welchem Hormon gebildet wird.

Ein Sättigungsgefühl wird von vielen unterschiedlichen Hormonen signalisiert während das Hungergefühl ausschließlich vom Hormon Ghrelin signalisiert wird.

Gerhald Shulman US-amerikanischer Diabetologe und Stoffwechselphysiologe an der Yale University suchte nach einem Signal mit dem die Bakterien die Gewichtszunahme beeinflussen. Dabei nahm er die Fettsäure Acetat in den Focus. Bei einem Versuch mit Ratten stellte sich heraus, dass die Darmbakterien der Tiere bei einer erhöht fettreichen Ernährung mehr Acetat produzierten, als bei einer normal fettreichen Ernährung.

Sie konnten anhand von Experimenten zeigen, das Acetat im Gehirn ein Signal auslöst, welches eine vermehrte Insulinausschüttung anregt, sowie das die Produktion des Hunger- Hormons Ghrelin deutlich anstieg. Beide Zusammenhänge sorgen dafür, dass zum einen mehr Zucker aus dem Blut aufgenommen wird, während weiterhin Hungersignale produziert werden. Verständlicherweise lässt sich so nachvollziehen, wie zumindest bei Ratten, die Darmbakterien Einfluss auf das Gewicht nehmen.

„In der Evolution haben Bakterien diese Form der Interaktion mit ihrem Wirt womöglich entwickelt, um zu signalisieren: ‹Hey, hier gibt’s Kalorien, wir wollen mehr davon“, sagt Shulman. Allerdings muss geprüft werden, ob sich diese Ergebnisse sich auch den Menschen übertragen lassen. Gesichert ist die Erkenntnis das Ballaststoffe die „guten Darmbakterien“ fördern und Hamburger und Pommes die Schlechten 😉

Die nächsten Gründe warum man sich also gesund ernähren sollte, wären den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, sodass alle Zellen satt, glücklich und gesund sein können. Denn das stabilisiert die Gesundheit im Allgemeinen, verhindert Heißhungerattacken, harmonisiert das Gewicht und durch die Fütterung der „guten Darmbakterien“ wird das Immunsystem gezielt gestärkt.

Ein kleiner Exkurs zu den Kalorien und die Erklärung dafür, warum ich Kalorien zählen für absonderlich absurd halte: Das Problem mit den „Kalorien“, ist folgendes:

Vermutlich 1892 hat ein Forscher namens Hugo Junkers das sogenannte Kaloriemeter erfunden und damit die Kalorie als Maßeinheit. Die Maßeinheit „Kalorie“ sollte den Brennwert von Heizgasen bestimmen. Ursprünglich handelte es sich also um eine physikalische Maßeinheit und nicht darum den Energiegehalt von Lebensmitteln zu ermitteln.

Nun wurde aber die Kalorie genommen um die durch Lebensmittel freigesetzte Energie zu bestimmen und den Energieverbrauch im menschlichen Körper greifbar zu machen. Nur rechnet der menschliche Köper eben nicht in Kalorien, da er auf Nährstoffe programmiert ist.

Der Verzehr von täglich 100 Kalorien Vollmilchschokolade hat auf den Körper eine andere Wirkung bzw. Auswirkung als 100 Kalorien Möhren. Abgesehen davon, müssten deutlich mehr Möhren gegessen werden um den selben Kaloriengehalt wie den der Schokolade zu erhalten. Doch Möhren sind, im Gegensatz zu Schokolade, voller Nährstoffe die der Körper gut verwerten und für die Erhaltung der Vitalfunktionen gebrauchen kann, während beispielsweise Vollmilchschokolade nährstoffarm ist und einfach nur pure Energie oder auch „ leere Kalorien“ liefert. Den Energieschub den der Körper durch eine geballte Menge nährstoffarmer Kalorien bekommen würde, könnte er gar nicht so schnell verarbeiten.

Und alles was der Körper nicht schnell aufnehmen kann wird zu Hüftgold verarbeitet und für schlechte Zeiten gespeichert. Wer also häufig zu viele „leere Kalorien“ zu sich nimmt, belastet damit langfristig nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern legt sich mit der Zeit auch immer größer werdende Fettpölsterchen zu.

Kalorien zählen ist eine mühselige Angelegenheit und nicht der entscheidende Faktor, wenn es um eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung geht. Kalorien liefern keine Auskunft über den Nährwert eines Lebensmittels.

Die Lösung liegt in der Art und Weise sich zu ernähren. Wenn der tägliche Kalorienbedarf nun z.B. mit Cheeseburgern und Pommes gedeckt werden würde, fehlen dem Menschen irgendwann die Nährstoffe. Mangelerscheinungen und daraus resultierende Krankheiten könnten eine Folge sein. Das „Energie“ allein nicht reicht um gesund und ausgeglichen zu sein, sondern die Qualität der Energie von Bedeutung ist beweist u.a. ein Experiment:

*Bei 18 Versuchspersonen, die an der schwedischen Universität Linköping vier Wochen lang auf Fast-Food-Diät gesetzt worden waren wurde folgendes beobachtet .

Ein Gefühl auffälligen Energiemangels stellte Studienleiter Fredrik Nyström, Professor für Innere Medizin, am Ende des Experiments bei ihnen fest – trotz der üppigen Energiemenge, die sie zu sich nahmen.

Untersuchungen zeigen, dass fettreiche Mahlzeiten unmittelbar müde machen – vermutlich werden nach dem Essen bestimmte Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet, die für Schläfrigkeit sorgen. Aber für den langfristigen Stimmungsumschwung der schwedischen Probanden könnte es noch eine andere Erklärung geben. In Verdacht stehen die vielen gesättigten Fettsäuren, die in Nahrungsmitteln wie Burgern, Pommes und Pizza stecken.

Der Neurowissenschaftler Fernando Gómez-Pinilla, der an der UCLA untersucht, wie Umweltfaktoren das Nervensystem beeinflussen, wertete im Fachmagazin Nature Reviews Neuroscience vor zwei Jahren 160 Studien über die Wirkung von Essen auf das Gehirn aus. Sein Fazit: “Nahrung wirkt wie ein pharmazeutisches Präparat aufs Gehirn.” Einzelne chemische Bestandteile des Essens beeinflussen das Denkorgan positiv oder negativ, davon ist Gómez-Pinilla überzeugt. Omega-3-Fettsäuren, reichlich in Seefischen wie Lachs, Makrele oder Hering enthalten, sollen ihm zufolge nicht nur dem Gehirn guttun, sondern auch der Stimmung. “In den vergangenen 100 Jahren ist der Konsum von gesättigten Fettsäuren und Transfetten in westlichen Zivilisationen dramatisch angestiegen, während die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zurückging. Das könnte die steigende Häufigkeit von Depressionen in Ländern wie den USA oder Deutschland erklären”, schreibt der Neurowissenschaftler.

In Ländern wie Japan, in denen viel Fisch gegessen wird, sind solche Seelenqualen dagegen seltener. Eine mögliche Erklärung: Die speziellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, verbessern die Neuverschaltung der Nervenzellen, die sogenannte Plastizität des Gehirns. Ähnlich wirken vermutlich auch moderne Antidepressiva.

Tatsächlich haben einige Studien ergeben, dass die Omega-3-Fettsäuren Depressionen und bipolare Störungen lindern können, wenn sie zusätzlich zu einer normalen Therapie verabreicht werden. Und in einer Pilotstudie mit 30 Frauen, die an einem mittelschweren Borderlinesyndrom litten, stellte die Psychiaterin Mary Zanarini von der Harvard Medical School fest, dass durch eine Extraportion der ungesättigten Fettsäuren innerhalb von acht Wochen die Aggressivität geringer wurde und sich depressive Symptome besserten.                                                                                                                                                                               

*(Auszug aus dem Artikel :http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/05/Iss-dich-gluecklich/seite-2)

Es kommt also darauf an, welches Lebensmittel mit welchen Nährwerten der Mensch zu sich nimmt und nicht allein auf die Anzahl der Kalorien. Kalorien sagen rein gar nichts über die Qualität eines Lebensmittels aus. Sie beschreiben einfach nur wie hoch die im Lebensmittel enthaltene Energie ist.

Also hört bitte auf Kalorien zu zählen und euch mit Kalorien-Zähler- Apps wahnsinnig zu machen. Esst so viel ihr wollt von den richtigen Lebensmitteln!

Zusammengefasst hat eine gesunde Ernährung folgende Vorteile:

  •  Stabile Gesundheit durch einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt.
  • Gute Darmbakterien fördern ein starkes Immunsystem 🙂
  • Wohlfühlgewicht, da die Zellen gesättigt sind und man keinen Heißhunger bekommt!
  • Reduzierter Verzehr tierischer Produkte, schützt die Umweltschutz, sowie die Erhaltung eines guten Säure-Basen – Verhältnisses.

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel,  und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“  Hippokrates

In diesem Sinne :   ” Guten Appetit ”